Vor oder nach dem Frühstück die Zähne putzen?
Das Beantworten dieser Frage ist verständlich, aber leider nicht so einfach. Es hängt nämlich davon ab, was du zum Frühstück isst! Ob du nur einen Kaffee trinkst, ein Croissant isst oder ein Müsli mit frischem Obst, spielt für die Zähne eine große Rolle.
Grundsätzlich ist es sinnvoll, morgens vor dem Frühstück die Zähne zu putzen, da die Bakterien über Nacht ungehindert wachsen und sich vermehren können. Bis zum Morgen bildet sich ein Belag aus Bakterien, der als Biofilm bezeichnet wird. Aus diesem Grund haben wir manchmal morgens einen unangenehmen Geschmack im Mund. Es ist also ratsam, direkt nach dem Aufstehen ins Badezimmer zu gehen und sich die Zähne zu putzen.
Wenn du jedoch zum Frühstück viel Süßes isst, wie Marmelade, Honig oder Croissants mit Schokofüllung, ist es besser, erst danach die Zähne zu putzen. Dadurch werden sowohl der Biofilm als auch Essensreste entfernt. Das gilt auch für ein Frühstück mit vielen Kohlenhydraten wie Weißbrot, Müsli oder Haferschleim, da Kohlenhydrate eine ideale Nahrungsquelle für Bakterien darstellen.
Es ist auch ratsam, die Zähne erst nach der Mahlzeit zu putzen, wenn du zum Beispiel viel Kaffee oder Schwarztee trinkst, die die Zähne verfärben können. In diesem Fall solltest du alle Farbpartikel gründlich mit der Zahnbürste entfernen, um Verfärbungen zu vermeiden.
Anders verhält es sich bei einem Frühstück, das hauptsächlich aus frischem Obst besteht. Die Säure, die in vielen Früchten in hoher Konzentration enthalten ist, greift die Zahnoberfläche an und macht sie regelrecht weich. Die Borsten der Zahnbürste können den bereits angegriffenen Zahnschmelz zusätzlich schädigen. In diesem Fall ist es besser, die Zähne vor dem Frühstück zu putzen, da der Zahnschmelz noch nicht von der Säure angegriffen wurde. Zudem bildet das in den meisten herkömmlichen Zahnpasten enthaltene Fluorid einen Schutzfilm auf den Zähnen, der sie zusätzlich vor Säureangriffen schützt. Damit sich der Schutzfilm richtig bilden kann, ist es wichtig, die Zahnpasta erst nach mindestens zwei Minuten auszuspucken. Ein weiterer Tipp: Nach dem Verzehr von viel Obst empfiehlt es sich, den Mund gründlich auszuspülen, um die verbleibende Säure zu verdünnen.
Nimm dir Zeit
Abschließend kommt es auch darauf an, wie die tägliche Routine aussieht. Es ist wichtig, sich morgens und abends ausreichend Zeit für die Zahnpflege zu nehmen und nicht abgelenkt zu sein. Gründlichkeit ist beim Zähneputzen entscheidend. Wenn du also erst nach dem Frühstück genügend Zeit hast, weil die Kinder dann bereits aus dem Haus sind, ist es besser, erst danach zu putzen anstatt es vorher in Eile zu tun. Die Zahnpasta benötigt genug Zeit, um in die Zahnoberfläche einzudringen, und es dauert auch einfach zwei bis drei Minuten, um alle Zahnoberflächen und Zwischenräume gründlich zu reinigen. Routine ist dabei ein wichtiges Stichwort: Wer eine feste morgendliche Routine hat, nimmt sich eher die nötige Zeit als jemand, der hektisch alles durcheinander bringt.
Technik
Unabhängig davon, ob vor oder nach dem Frühstück, ist es wichtig, die richtige Zahnputztechnik zu beachten. Die Zahnbürste sollte mit wenig Druck auf den Zähnen aufliegen. Den Zahnbürstenkopf solltest du in einem 45-Grad-Winkel zum Zahnfleischrand neigen. Am besten sind kreisende Bewegungen. Die Zähne haben drei Oberflächen, die gereinigt werden müssen: zur Wange hin, auf der Kaufläche und zur Zunge bzw. zum Gaumen hin. Das Zähneputzen sollte mindestens 2 Minuten dauern. Auf keinen Fall sollte man auf Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen verzichten, da sich zwischen den Zähnen die meisten Bakterien und Essensreste ansammeln. Viele Probleme wie Zahnfleischentzündungen, Karies und Parodontitis haben ihren Ursprung in ungepflegten Zahnzwischenräumen. Nach dem Putzen den Mund gründlich mit Wasser ausspülen, damit keine Zahnpasta-Reste geschluckt werden. Nach dem Putzen kann man prüfen, ob sich die Zähne glatt anfühlen. Wenn ja, hast du höchstwahrscheinlich alles richtig gemacht!